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Wolle. Insel-Schafe. Färöer

Den wenigsten Produzenten ist es vergönnt, den Herstellungsprozess ihrer Waren von Anfang an persönlich mit zu begleiten. Wir sind nicht nur dabei. Wir sind ein Teil dessen. Auf den Färöern steigen wir mit hoch in die Berge, wenn im Sommer die wilden, frei lebenden Schafe stundenlang von Menschen und Hunden hinab in die Täler getrieben werden. Bei der Schur stehen wir mit unseren Handscheren als Teil einer Gemeinschaft im Gatter und schneiden geduldig Rohwolle, Schaf um Schaf, mit Ruhe und Besonnenheit. Die Schafe der Färöer sind klein, zäh und gehören zu den nordischen Kurzschwanzschafen. Ihre fantastische Wolle ist langmähnig und dick. Ihr hoher Lanolin-Gehalt und die Dichtigkeit der Fasern verleihen der Wolle außergewöhnliche, wetterbeständige Eigenschaften. Der Regen perlt vom Schaf sozusagen ab. Besonders die Deckhaare sind extrem wasserabweisend und halten die feinere Unterwolle über Stunden trocken. Wir verwenden die gesamte Wolle. Nichts soll weggeworfen werden. Die schönen, kräftigen Naturfarben der färöischen Schafwolle reichen von Wollweiß über Grau und Rotbraun bis zu Schwarz. Für die vielen Muster und Schenkungen der Wolle der Schafe gibt es im Färöischen sogar eigene Namen. Ein fantastischer Werkstoff, dem wir wieder einen Wert geben. 

Deich-Schafe. Nordfriesland

Schimmelreiter, plattes Grün hinterm Deich, Pferde, Kühe und Schafe. Nicht zu vergessen: zwei Meere. Da es in Berlin keines gibt und auch ansonsten alles passte, sind wir irgendwann aus der großen, lauten Stadt weggezogen und haben Nordfriesland zu unserem neuen deutschen Zuhause gemacht. Der überaus charmante und nördlichste Kreis Deutschlands ist Teil der Deutsch-dänischen Grenzregion. Ein grenzüberschreitender Wirtschafts- und Kulturraum, der vom Austausch lebt. Freundliche Menschen, jede Menge Maritimes und an jeder Ecke Zeit für einen Klönschnack. Uns gefällt das. Ein solches Leben passt viel besser zu dem entschleunigten Rhythmus, den wir auf den Färöern gefunden haben. Auch in Nordfriesland gibt es Schafe. Die meisten von ihnen sind als Landschaftspfleger unterwegs. Als Deich- und Salzwiesenschafe. Mit Friesentweed richten wir unser Augenmerk auf die ungefärbte Wolle nordfriesischer Schafe und unterstützen die Arbeit regionaler Schäfereien. Viele kämpfen ums Überleben. Warum überhaupt Wolle? Weil es ein fantastisches, nachwachsendes Naturprodukt ist, frei von Mikroplastik, lange haltbar. Und am Ende ist Wolle auch noch kompostierbar. 

Isländisches Fischleder. Lachs

Es fühlt sich am ehesten wie Seide an, wenn man über das fertige Produkt streicht. Oder ein bisschen wie das Betasten von Büttenpapier, nur, dass das vermeintliche Papier ein strukturstarkes Schuppenmuster hat. Fischleder ist ein Material, mit dem wir seit längerem liebäugeln. Weil die Idee so toll ist. Fischhaut, die bei der Erzeugung eines populären Nahrungsmittels – Fischfleisch – anfällt, wird nicht, wie sonst üblich, achtlos weggeworfen, sondern durch sorgfältige pflanzliche und handwerkliche Gerbung zu Luxusleder aus dem Meer; ganz ohne die Verwendung von Chrom. Unser Fischleder vom Lachs, bei dessen Gerbung Baumrinde (Mimosa) zum Einsatz kommt, beziehen wir direkt von einem Hersteller aus dem Norden Islands. Es ist geruchlos, ein Leichtgewicht und dennoch erstaunlich robust. Für seine öko-freundliche Herstellung werden regenerative Energien wie Wasserkraft und geothermisches, warmes Wasser aus dem Boden verwendet. Wie alt die Idee ist, Fischhäute haltbar zu machen und für Kleidung, Schuhe oder das Bespannen von Zelten zu verwenden, kann man nicht sagen. Nur, dass bereits vor sehr langer Zeit Völker aus Alaska, Kanada und Sibirien Techniken erfanden. In Island gab es Jahrhunderte, in denen Menschen Seewolf-Fischlederschuhe trugen. Für die Gerbung unseres Lachsleders wird die Fischhaut zuerst von Fett- und Fleischresten, Schuppen und Öl befreit. Dann werden die Häute in die Gerbbrühe gelegt und zum Trocknen aufgespannt. Die Details sind bestgehütete Geheimnisse.

Seegras. Dänische Ostseeinseln

Aus wogenden Wellen und unterseeischen Strudeln an Land gespukt, von erbarmungslos peitschenden Stürmen. Das niemals endende Zusammenspiel von Wind und Wasser nimmt seinen Lauf, noch einmal holt das Meer aus, und dann liegt das Seegras da, in Massen, ganz in unserer Nähe, an den Stränden dänischer Ostseeinseln. Ein unbehandeltes Material, geküsst von Regen, Wind und Sonne, von Hand geerntet, gewaschen und sortiert. In Küstengefilden wird Seegras seit Jahrhunderten als Dämm- und Polstermaterial benutzt, oder zum Eindecken von Dächern. Wir lassen eine schöne, alte Tradition wieder aufleben und verwenden regionales, natürliches Seegras als Füllmaterial für unsere Skattakista-Kissen. Seegras ist perfekt für Allergiker, frei von Synthetik, kann nicht schimmeln, raschelt hübsch und verleiht unseren Kissen eine angenehme Festigkeit und Volumen.


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